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Impfungen in der Apotheke: Termine online buchen und den Impftag planen

Mit dem Herbst beginnt die Impfsaison, und am HV-Tisch häufen sich dieselben Fragen: Kann ich mich bei Ihnen impfen lassen, brauche ich dafür einen Termin, und welche Termine sind verfügbar? Wer eine Impfung in der Apotheke mit Termin anbietet, Anfragen aber nur telefonisch oder am HV-Tisch annimmt, bindet in den ohnehin vollen Wochen viel Zeit im Team.

Gleichzeitig entstehen Wartezeiten an anderer Stelle. Spontane Impfinteressierte treffen auf ein Team, das gerade mit der Rezeptbearbeitung beschäftigt ist, und gebuchte Termine stauen sich, weil Aufklärung und Dokumentation länger dauern als eingeplant.

Dieser Artikel zeigt, wie Sie Impfungen zum Saisonstart online buchbar machen, wie Sie den Impftag mit einer klaren Mischung aus Terminen und offenen Angeboten planen und wie Sie Patientinnen und Patienten ansprechen, ohne Druck aufzubauen.

Warum sich eine geplante Impfsaison lohnt

Laut einem Bericht der Pharmazeutischen Zeitung vom 26. Oktober 2026 lag die Influenza-Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren in der vergangenen Saison bei 34 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit 17 Jahren. Für die COVID-19-Impfung nennt der Bericht 13 Prozent über alle Altersgruppen hinweg.

Die Infektiologin Prof. Dr. Irit Nachtigall beschreibt dabei ein Kommunikationsproblem. Für Apotheken heißt das: Ein leicht erreichbares Angebot und eine verständliche Ansprache können den Zugang erleichtern.

Welche Impfungen darf Ihre Apotheke anbieten?

Grippe- und COVID-19-Impfungen gehören zum etablierten Impfangebot entsprechend qualifizierter Apotheken. Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz erweitert den gesetzlichen Rahmen auf weitere Nicht-Lebendimpfstoffe für Erwachsene. Daraus folgt jedoch keine pauschale Freigabe für jedes Team: Für zusätzliche Impfungen sind die erforderliche ärztliche Schulung und die weiteren Umsetzungsvoraussetzungen zu erfüllen.

Die ABDA-Mitteilung vom 13. Oktober 2026 beschreibt die Einführung der ergänzenden Schulungen. Prüfen Sie vor der Freischaltung neuer Leistungen die aktuellen Vorgaben Ihrer Apothekerkammer sowie Qualifikation, Räume, Dokumentation und Abrechnung. Bieten Sie nur Leistungen an, deren Voraussetzungen Ihre Apotheke tatsächlich erfüllt.

Impfung in der Apotheke: Termin online buchbar machen

Eine Online-Buchung ersetzt nicht das Gespräch. Sie ist ein zusätzlicher Weg, über den Patientinnen und Patienten zu einem Termin kommen. In der Praxis hilft ein Vorgehen in wenigen Schritten:

  1. Impfangebot festlegen: Klären Sie, welche Impfungen Sie anbieten dürfen und an welchen Tagen entsprechend qualifizierte Kolleginnen und Kollegen im Dienst sind.

  2. Dauer realistisch einschätzen: Planen Sie Aufklärung, Impfung, Dokumentation und die erforderliche Nachbeobachtung ein.

  3. Impfzeiten bündeln: Legen Sie feste Zeitblöcke fest, in denen der HV-Tisch auch ohne die impfende Person besetzt bleibt.

  4. Angebot sichtbar machen: Platzieren Sie die Buchung auf der Website, in der App und im Google-Unternehmensprofil.

  5. Erinnerungen nutzen: Eine Erinnerung vor dem Termin kann helfen, dass gebuchte Plätze nicht vergessen werden.

Über Mediloon können Patientinnen und Patienten Impftermine selbst über Website und App buchen. Einen Überblick gibt die Online-Terminbuchung für Apotheken. Wie Termine und Schichten zusammenspielen, beschreibt der Beitrag zur Terminplanung in der Apotheke. Prüfen Sie bei der Einrichtung, welche Erinnerungs- und Kalenderfunktionen in Ihrer Konfiguration verfügbar sind.

Termin oder spontan: zwei Wege sinnvoll kombinieren

Nicht jede Leistung braucht einen Termin. Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) beschreibt den Impf-Check als kurze Durchsicht des Impfpasses, die häufig ohne Termin möglich ist. Für die Impfung selbst ist ein fester Termin dagegen oft die ruhigere Lösung. Ob Spontanbesuche möglich sind, hängt vom Angebot der jeweiligen Apotheke ab.

Angebot

Termin nötig?

Vorteil

Worauf achten

Impf-Check

Häufig nein

Niedrigschwelliger Zugang

Ungestörter Gesprächsbereich, Impfpass

Impfung mit Online-Termin

Ja

Planbare Auslastung

Realistische Terminlänge, Erinnerung

Impfung ohne Termin zu festen Zeiten

Nein

Flexibel für Spontanbesuche

Mögliche Wartezeiten klar kommunizieren

Aktionsabend

Je nach Angebot

Aufmerksamkeit für das Impfangebot

Zusätzliche Besetzung einplanen

Ein praktischer Weg: Bieten Sie den Impf-Check offen an und leiten Sie bei Bedarf in einen buchbaren Impftermin über. So wird aus dem kurzen Gespräch am HV-Tisch ein konkreter nächster Schritt.

Ablauf am Impftag: Worauf es ankommt

Realistische Zeitfenster

Eine häufige Ursache für Staus sind zu knapp bemessene Termine. Planen Sie Aufklärung, Rückfragen, die Dokumentation der Impfung und den Eintrag in den Impfpass oder die Impfbescheinigung sowie die erforderliche Nachbeobachtung mit ein. Zwischen Terminblöcken schafft etwas Puffer Raum für spontane Impf-Checks.

Vorbereitung vor dem Termin

Weisen Sie darauf hin, den Impfpass und die für Ihr Angebot erforderlichen Unterlagen mitzubringen. Bitten Sie Patientinnen und Patienten, sich bei Fieber oder Unwohlsein vorab zu melden. Ob eine Impfung im Einzelfall möglich ist, wird im fachlichen Gespräch geklärt. Organisatorische Fragen gehören auf eine eigene Seite zum Impfangebot.

Organisatorische Standardfragen digital beantworten

Zu Saisonbeginn klingelt das Telefon häufig wegen derselben Fragen zu Zeiten und Buchungen. Ein Chatbot kann dabei auch nach Ladenschluss unterstützen. Die Möglichkeiten und Grenzen erläutert der Beitrag über KI-Chatbots in der Apotheke. Individuelle Fragen zu Eignung, Risiken oder Impfempfehlungen gehören in die fachliche Beratung. Mediloons Chatbot Medi unterstützt bei organisatorischen Standardfragen und der Übergabe an das Team.

Patientinnen und Patienten gezielt ansprechen

Ein buchbares Angebot hilft wenig, wenn niemand daran denkt. Ein Impf-Check kann zeigen, welche Fragen zum eigenen Impfstatus offen sind. Er bedeutet nicht, dass jede dabei besprochene Impfung unmittelbar in Ihrer Apotheke durchgeführt werden kann.

Wen Sie im Blick haben sollten

Die AKNR nennt unter anderem ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen, Reisende und Eltern, die den Impfschutz ihrer Kinder prüfen lassen möchten. Die individuelle Empfehlung richtet sich nach den aktuellen fachlichen Vorgaben und der persönlichen Situation.

Persönlich statt mit Datenflut

Der PZ-Bericht beschreibt Nachtigalls Empfehlung, im Gespräch die Lebensqualität anzusprechen. Für den Apothekenalltag lässt sich daraus ableiten: Fragen Sie verständlich und ohne Druck nach, ob Interesse an einem Impf-Check besteht, und weisen Sie auf die Buchungsmöglichkeit hin. Vermeiden Sie überzogene Schutzversprechen.

Bei Website, sozialen Medien und Aushängen sind die einschlägigen Werberegeln zu beachten. Weitere Hinweise bietet der Beitrag zum Apothekenmarketing.

Aktionstage wie die Lange Nacht des Impfens vorbereiten

Die bundesweite Lange Nacht des Impfens findet am 12. November 2026 statt. Teilnehmende Apotheken und weitere Impfstellen bieten zusätzliche Impfgelegenheiten an. Die konkreten Uhrzeiten und Buchungsmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Standort.

Wenn Sie teilnehmen, legen Sie früh fest, wer impft und wer den HV-Tisch übernimmt. Kündigen Sie auf Website, in der App und im Geschäft die eigenen Zeiten an und erklären Sie, ob Termine erforderlich oder Spontanbesuche möglich sind.

Datenschutz und rechtlicher Rahmen

Bei der Buchung eines Impftermins können Gesundheitsdaten anfallen. Prüfen Sie die erforderlichen Angaben, Zugriffsrechte, Datenschutzhinweise und vertraglichen Regelungen mit Ihren Dienstleistern. Klären Sie für die tatsächlich eingesetzte Konfiguration, wo Daten verarbeitet werden und welche weiteren Anbieter beteiligt sind. Ein Hostingstandort allein ersetzt diese Prüfung nicht.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Welche Impfungen Ihre Apotheke anbieten darf, welche Dokumentationspflichten gelten und wie Terminbuchung und Werbung gestaltet werden müssen, richtet sich nach den geltenden Vorgaben. Prüfen Sie die konkrete Umsetzung mit Ihrer Apothekerkammer und bei Bedarf qualifizierter Rechtsberatung. Stand: 29. Oktober 2026.

Häufige Fragen

Sollten wir Impfungen nur noch mit Termin anbieten?

Nicht unbedingt. Ein offener Impf-Check lässt sich mit gebuchten Impfterminen und einzelnen Zeitfenstern ohne Termin kombinieren. Kommunizieren Sie die Regeln auf Website, in der App und am Telefon einheitlich.

Was tun, wenn eine impfende Kollegin kurzfristig ausfällt?

Prüfen Sie, ob eine andere entsprechend qualifizierte Person übernehmen kann. Ist das nicht möglich, verschieben Sie die Termine und informieren Sie die betroffenen Patientinnen und Patienten rechtzeitig.

Wie erreichen wir Menschen, die nie nach einer Impfung fragen?

Nutzen Sie passende Gelegenheiten für einen freiwilligen Hinweis auf den Impf-Check, etwa bei der Rezeptabgabe. Bitten Sie Interessierte, ihren Impfpass mitzubringen. Individuelle Empfehlungen gehören in das fachliche Gespräch.

Fazit

Zum Start der Impfsaison kommt es darauf an, wie leicht ein Termin zu bekommen ist und wie gut der Impftag geplant ist. Realistische Zeitfenster, ein offener Impf-Check und eine persönliche Ansprache ergänzen sich. Mit der Mediloon Online-Terminbuchung machen Sie das verfügbare Angebot über Website und App zugänglich und verbinden es mit Ihrer Teamplanung.

Quellen

Über Mediloon

Mediloon ist ein Healthtech-Unternehmen mit Sitz in Leipzig und entwickelt digitale Infrastruktur für deutsche Apotheken — darunter E-Rezept-Integration, Apotheken-Apps, Click & Collect, Botendienst-Koordination und den KI-Assistenten Medi. Dieser Beitrag ist Teil der Mediloon-Leitfadenreihe zur Digitalisierung im Apothekenwesen. Er dient allgemeinen operativen und regulatorischen Informationen. Bei konkreten Rechts- oder Compliance-Fragen zum Einsatz von KI-Systemen in Ihrer Apotheke empfiehlt sich die Rücksprache mit Ihrer zuständigen Apothekerkammer oder qualifizierter Rechtsberatung.